da TONI – Ist kein Bistro

Ich war vor ein paar Tagen mal wieder unterwegs, um mir ein Restaurant anzuschauen. Diesmal viel meine Wahl auf das „da TONI“ in Langenhagen.

Das erste, was mir schon an der Werbung aufgefallen ist, da stand in großen Lettern „Bistro“ neben dem Namen. Bei den meisten Italienischen Restaurants findet man eher den Zusatz, „Ristorante“ oder „Trattoria“. Ich kann mich nicht entsinnen, schon einmal das Wort Bistro bei einem „Italiener“ gesehen zu haben.  😎
Ein Blick aussen auf die Speisekarte bestätigte auch nicht, was ich mit einem Bistro in Verbindung gebracht hätte. Alles was ich auf der Karte las, klang für mich klar nach Ristorante. Antipastai Zuppe, Insalate, Pasta, Pizza, Carne (Fleisch) und Pesce (Fisch) sind auf der Karte vertreten. Selbst für die „Bambini“ gibt es kleine Gerichte.

Warum dann also Bistro?

Vielleicht werde ich im Inneren schlauer…..
Ich kann gleich vorweg sagen, auch da hat sich mir nicht erschlossen, warum jemand das „da TONI“ Bistro genannt hat.
Die Inneneinrichtung ist modern, ohne große Schnörkel, aber dennoch mit Stil eingerichtet. Es gibt im vorderen Bereich einige Brückentische mit Barhockern und im weiteren normale Bestuhlung.

Der Innenraum vom da TONI
Nicht viele Schnörkel, aber modern gemütlich.

Ein Hingucker ist auch der Tresen.

Der Tresen vom da TONI
Der Tresen vom da TONI.

Mit seiner Art Steinfront und dem Namen darin, wirkt er schon etwas edel. In einem Kühlbereich auf dem Tresen finden sich diverse Antipasti, die Appetit machen, auf mehr.

All das ist für mich kein Bistro.

Ich habe an einem der Brückentische platzgenommen und muss leider als erstes den Barhocker austauschen, auf dem ich sitzen wollte. Bei diesem hatte ich das Gefühl, schon zuviel Grappa getrunken zu haben. Die seitlichen Bewegungen,  die der Hocker mit mir machen wollte, fand ich eher störend. Leider war der nächste nur ein kleines bisschen besser.
Hier dürfte gerne etwas nachgebessert werden.  🙂

Kaum dass ich saß, wurde Pizzabrot und eine interessant aussehende grüne Creme gereicht. Es wurde die Karte gebracht und Getränke aufgenommen.
Meine Frage , ob die Pizzabrote aus dem Pizzateig gemacht sind , wurde bestätigt. Geschmacklich kann ich so zumindest, wenn ich heute auch keine Pizza esse, den Teig beurteilen, und der schmeckt sehr gut.
Die grüne Creme stellt sich als Mayonaise mit Knoblauch und Petersilie heraus.
Ordentlich Knoblauch ……   🙂

Pizzabrot und grüne Creme
Pizzabrot und grüne Creme.

Sie schmeckt interessant, aber ich hätte mir da vielleicht keine fertige Mayonaise gewünscht. Auch wenn ich um die Haltbarkeit einer hausgemachten Mayonaise weiß.
Spannend finde ich auch, dass in der Creme anscheinend kein oder nur kaum Basilikum ist. Ist doch sonst eher typisch für ein Italienisches Restaurant.

Als der Wein serviert wird, der, im übrigen hervorragend temperiert ist, erfahre ich, das im „da TONI“ erst vor einigen Monaten ein Besitzerwechsel statt gefunden hat.
Mittlerweile habe ich auch mein Essen gewählt und bestellt.
Ich bin erstaunt über die sehr unterschiedliche Preispolitik in der Karte und frage nach.
Dabei erfahre ich, dass es wohl Kunden gegeben haben soll, die nicht bereit sind, für ein Bruschetta, welches schon fast eine Hauptspeise ist, 5,50 € zu bezahlen.

Ich habe mir mal ein halbes bestellt.

Ein Bruschetta im da TONI
Das ist die Hälfte einer Portion Bruschetta.

Diese Portion, wäre meiner Meinung nach als Vorspeise ausreichend. Die wiederum, dann auch ein bisschen preisgünstiger als 5,50€ sein darf.
Der Geschmack vom Bruschetta ist prima. Es schmeckt frisch und bekommt durch die eingelegten Oliven und die Kapern eine leicht salzige Note.
Mir schmeckt es, wenn es auch ein gewisses Risiko darstellt, da es mehr Menschen gibt, die keine Oliven und Kapern mögen, als Menschen die keine Tomaten mögen.    😉

Als Hauptgericht habe ich mir Tagliatelle Piemontese ausgesucht.
An der Zusatztafel, wo das Gericht angepriesen wird, steht als Erklärung:
Hausgemachte Bandnudeln mit Parmaschinken, Champigions, Zwiebeln in Trüffelcreme Sauce.

Ich freue mich darauf….

Bandnudeln in Trüffelcreme Sauce
Bandnudeln in Trüffelcreme Sauce.

Und so sieht es aus, als es serviert wird.
Obenauf tront etwas glatte Petersilie und über die Nudeln wurde selbige etwas klein gehackt gestreut.
Die Nudeln haben einen schönen Biss, der Parmaschinken schmeckt sehr gut und die Sauce ist stimmig.
Nur vermisse ich den Trüffelgeschmack.  🙁
Auf meine Aussage hin, das mir der Trüffel nicht genug durchkommt, wird mir ein Fläschen mit Trüffelöl gereicht. Das macht es etwas „Trüffeliger“.

Vielleicht bin ich was Trüffel angeht auch etwas verwöhnt und  zu anspruchsvoll. Ich jedenfalls, möchte den Trüffel ordentlich schmecken.
Das Gericht ist stimmig und sehr zu empfehlen. Die Portionsgröße ist auch ohne Vorspeise ausreichend.
Was mich definitiv nicht überzeugt hat, war die Aussage, das es sich um hausgemachte Bandnudeln handeln soll. Frische ja, aber hausgemacht…

Ich frage den sehr netten „cameriere“ (Kellner) etwas eindringlicher nach den Bandnudeln. Es stellt sich heraus, das es eben frische Pasta ist, aber nicht in diesem Haus gemacht  😉
Sie wird von einem italienischem Feinkostbetrieb in Hannover hergestellt. Diesen kenne ich und der Betrieb steht für Qualität.
Ich empfehle das Wort „Hausgemacht“ in „Frische“ zu ändern.

Fehlt noch das Dessert.

Hier entscheide ich mich für ein klassisches Pana cotta, welches in fast jedem italienischen Restaurant zu bekommen ist.

Panna cotta im da Toni
Ein Panna cotta mit Luft nach oben.


Das was mir als Erstes auffällt, ist, dass das Panna cotta anfängt zu schmelzen. Könnte es sein, dass der Teller gerade kurz vor dem Servieren aus der Spühlmaschine kam?
Das zweite, ist die Sahne. Ich probiere sie und meine Vermutung bestätigt sich…. Sprühsahne aus der Dose….
Schade, denn so etwas zieht das selbstgemachte Panna cotta aus meiner Sicht nach unten.  🙁
Die Früchte sehen ein wenig hilflos auf dem Teller aus. Auch hier gäbe es sicherlich noch bessere Möglichkeiten das Dessert zu präsentieren.
Geschmacklich ist das Panna cotta gut. Daran gibt es nichts auszusetzen. Es verfügt über eine leichte Note an Zitrone und die Vanillie kommt schön durch.
Alles gut…..


Fehlt noch mein Fazit:

Ich musste im Büro tatsächlich mal den Unterschied zwischen Bistro, Trattoria und Ristorante googlen. Mir erschließt sich tatsächlich nicht, warum das „da TONI“ als Bistro bezeichnet wird. Aus meiner Sicht verdient es den Zusatz Ristorante.
Das Essen schmeckt gut und man wird von den Portionen auf jeden Fall satt. Leider gibt es ein paar Kleinigkeiten, die  mich,  zum Punkteabzug veranlassst haben. Die hausgemachten Bandnudeln, die nicht in DIESEM Haus gemacht wurden.  Die Mayonaise, die auch leider etwas nach Industrieware schmeckt.  Die Trüffelsauce, die etwas mehr Trüffel vertragen hätte und die zum Teil etwas langweilige Präsentation der Speisen.
Preislich ist das „da TONI“ im mittleren Segment angesiedelt. Die Preispolitik der Karte erschließt sich mir nicht ganz und könnte meiner Meinung nach,  überdacht werden. Ich möchte damit nicht sagen, dass es zu teuer oder zu günstig ist,  sondern einige  Preise passen manchmal nicht zu den Gerichten.
Der Service ist freundlich, aufmerksam und sehr offen. Das ist eine zum Teil,  leider nicht mehr so verbreitete gute Einstellung zu den Gästen.
Alles in allem kann ich das „da TONI“ empfehlen, und werde dort sicher mal wieder vorbei schauen.
Von mir gibt es dafür 3 von 5 Gaumenkitzel.

Hier noch die Adresse:
da TONI
Walsroder Str. 30
30851 Langenhagen
Telefon: 0511-97826610

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