Pfefferkorn Hannover – Frischer Pfeffer hat neue Schärfe

Das Pfefferkorn,  ist schon seit vielen Jahren über die Grenzen der List hinaus,  in Hannover bekannt. Ein Steakhouse der guten alten Sorte…..

Nicht ganz, denn seit August 2018 ist das Pfefferkorn Hannover unter neuer Führung.
Ich selbst kenne das Pfefferkorn Hannover schon seit vielen Jahren. Der frühere Wirt, Siegfried Begerow, der seine Stammgäste mit Handschlag begrüßt hat, wusste, wann wer Geburtstag hat und stand immer im Kontakt mit seinen Gästen . Die Damen aus dem Service,  wussten schon, was man gerne ißt oder trinkt . Ein Blick in die Karte…. war nicht nötig. Über die vielen Jahre hatte sich an der Karte glaube ich,  nichts verändert. Das Essen immer in einer gleichbleibend guten Qualität.
Ein Besuch im Pfefferkorn, war immer wie ein Besuch bei seiner Familie 🙂

Als ich 2018 vom Tod von Herrn Begerow erfahren habe, war ich mir nicht sicher, ob dieses Ereignis nicht auch das Ende des Pfefferkorns bedeuten würde. Warum auch immer, ich war dann nie wieder dort essen. Bis zum 22.12.2019.
An diesem Tag,  habe ich dem Pfefferkorn,  seit sehr langer Zeit mal wieder einen Besuch abgestattet. Meine Eltern hatten Hochzeitstag und haben ins Pfefferkorn eingeladen. Ich war sehr gespannt.

Der frische Wind durch die neue Besitzerin ist von aussen schon gut zu erkennen.  Neue  Werbung und neues Logo in Form eines Stierkopfs.


Und auch beim Betreten des Steakhouses wird einem schnell klar, hier hat sich eine Menge getan. Die dunkle Holzeinrichtung wurde durch helle Farbe aufgepeppt und das ganze Lokal hat dadurch einen moderneren und freundlicheren Charakter erhalten.
Ich bin beeindruckt…..
Fußboden, Stühle, Tresen, Sanitärbereich und Wände, alles neu… Cool.

Bleibt abzuwarten, wie das Essen sein wird.
Ganz nebenbei habe ich eine Dame des Servicepersonals wiedererkannt. Schön, alt bekannte Gesichter zu treffen.

Auffällig ist natürlich auch die neue Speisekarte.

Somit muss ich tatsächlich mal wieder hineinschauen. Neben der neuen Gestaltung, finde ich aber ganz viele alte Bekannte auf der Karte. Ob sie nun Försterliesel, Madagaskar oder Cordon bleu heißen. Ich finde es toll, dass diese Traditionsgerichte auf der neuen Karte zu finden sind.
Natürlich gibt es, wie es sich für ein Steakhouse gehört, auch die üblichen verdächtigen. Rumpsteak, Filetsteak und Entrecote und weitere Klassiker kann man in einer 160g oder 250g Variante inhalieren.

Aber es gibt auch ein paar neue Gerichte. Ich glaube, die waren auf der alten Karte nicht vorhanden, oder ich kann mich einfach nicht mehr daran erinnern. 😉  Da werde ich sicher noch das eine oder andere von probieren.
Das schöne war, dass wir mit insgesammt 7 Personen essen waren, und ich so die Möglichkeit hatte,  von dem ein oder anderen mal zu probieren.

Die Damen vom Service waren mit den ersten Getränken sehr zügig und nahmen auch prompt unsere Essenbestellung entgegen.
Ich selbst habe als Vorspeise gebackenen Ziegenkäse mit Preiselbeeren und Baguette für 7,90 €, als Hauptgericht das 160g Entrecote mit Ofenkartoffel und Knoblauchbrot sowie einem Salatteller für 19,90 € bestellt.
Leider wurde bei der ersten Getränkebestellung das Hefeweizen meiner Mama vergessen  🙁  Nach einer Erinnerung wurde es aber schnell nachgeliefert.

Nach angemessen kurzer Wartezeit wurden die Salatteller zu den Hauptgerichten serviert. Ein sehr frischer, gemischter Salat aus Eisberg-, Kraut-, und Möhrensalat. Frische Tomate und Gurke sowie sehr klein geschnittene rote und gelbe Paprika. Das ganze mit einem großen Klecks Dressing überzogen.
Das Dressing würde ich für ein Fertigprodukt halten. Dennoch sehr geschmackvoll und alles sehr sehr frisch. 🙂

Nach dem Salat, ließ die Vorspeise nicht lange auf sich warten.
Davon habe ich kein Bild gemacht, da ich das Zuhause  genauso hinbekomme. Ein Teller, 1 runder Ziegenkäse mittig halbiert und paniert, 1 Salatblatt mit einem Klecks Preiselbeeren darauf und 3 Scheibchen Baguette.
Optisch nicht wirklich ein Highlight,  mit Luft nach oben. Geschmacklich in Ordnung, auch wenn ich hier behaupten möchte, dass es sich um Fertigprodukte handelte. Als Vorspeise völlig ok.

Worauf ich mich wirklich  gefreut habe, war das Entrecote. Dieses habe ich  dort früher oft gegessen und war immer sehr zufrieden.
Um dem Koch etwas mehr abzuverlangen, habe ich ich die 160g Variante in medium bestellt. Normalerweise habe ich auch mit der 250g Variante kein Problem, aber ich wollte mal schauen, wie gut der Koch dieses doch sehr dünne Stück Fleisch medium hinbekommt.

Der Steakteller im Pfefferkorn Hannover

Hier das Ergebnis. Angerichtet, wie in vielen Steakhäusern üblich. Sicher nicht ganz einfach, bei so wenigen Komponenten, mehr fürs Auge zu schaffen.  😉
Was mir gleich aufgefallen ist, sind die Fleischsaftflecken neben dem Fleisch. Diese lassen leckeres vermuten. Und richtig.  Obwohl das Fleisch sehr dünn geschnitten war, war es tatsächlich medium. TOP!
Der Rest des Tellers war OK , aber nicht herausragend. Den Quark der Ofenkartoffel stufe ich wieder als Fertigprodukt ein, was auch die Liste der Zusatzstoffe der Speisekarte belegen.
Dennoch, wer guten Fleischgeschmack liebt, ist von diesem Gericht sicher beeindruckt.

Leider gab es bei der zweiten Getränkebestellung  schon wieder ein Faux pas. Diesmal fehlte nicht ein Getränk, sondern alle. Auch hier wurde nach Erinnerung schnell nachgeliefert.

Fehlt noch das Dessert. Und hier war die Überraschung am allergrößten.
Neben der Standard Eiskarte mit Bildchen vom Hersteller, gibt es auch ein paar Leckereien, die nicht auf der Karte stehen. Diese wurden uns mündlich von der wirklich freundlichen Servicekraft mitgeteilt.

Ich entschied mich für ein weihnachtliches Dessert:
Nougatparfait mit warmen Zimtpflaumen.

Ein leckeres Dessert im Pefferkorn Hannover

Und hier merkt man sofort , dass sich jemand ausgetobt hat. Das Parfait ist cremig und hat einen sehr angenehmen Nougat Geschmack. Die Pflaumen warm, nicht zu heiß mit einer  leichten Zimt-Note. Der Saft der Pflaumen schön eingedickt. Das Ganze mit kleinen,   frischen Obstwürfeln  und Granatapfelkernen garniert.
Schön angerichtet und super lecker.

Eingangs hatte ich ja schon erwähnt, dass ich die Möglichkeit hatte, mal von den anderen Tellern zu probieren.
So konnte ich Lammfilet probieren,  welches als Medium bestellt, auch wirklich medium war und noch dazu sehr lecker.
Entäuscht war ich von einem Wiener Schnitzel. Es war zwar super schön dünn ausgebacken, aber leider an den Rändern stärker als in der Mitte. Und… Es fehlten für meinen Geschmack sämtliche Gewürze.
Auch bei den Bratkartoffeln fiel mir auf, dass diese leider noch, für meinen Geschmack, etwas hätten braten können.
Dafür war das Doradenfilet zu meiner linken wirklich auf den Punkt gebraten. Außen knusprig die Haut,  innen schön glasig und wie es sich für ein Filet gehört. Und tatsächlich grätenfrei.

Was nun noch fehlt, ist die Adresse und mein Fazit:

Pfefferkorn
Waldstr. 3
30163 Hannover
Tel.: 0511 – 660889
www.pfefferkorn-hannover.de  ( Die Internetseite scheint aber erst noch zu entstehen. Die Facebook-Seite wird da wohl eher gepflegt)

Mein Fazit:
Die neue Frische des Pfefferkorns tut ihm sehr gut. Schön, dass es Traditionsgerichte wieder auf die Karte geschafft haben. Das Essen ist empfehlenswert und ordentlich zubereitet. Schön wären mehr Hausgemachte Elemente. Also unbedingt mal ausprobieren! Ich werde sicher auch wiederkommen 🙂
Dafür,  dass es  noch Luft nach oben gibt , vergebe ich  3 von 5 Gaumenkitzel.